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Am 05. Juni 2010 konnten wir in Braunschweig im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Rahmen der Mitgliederversammlung der DCCV e.V. einen Vortrag zu dem Thema "Gelenkmanifestationen" halten. Dieser Vortrag wurde innerhalb eines Vorbereitungsjahres von unseren Mitgliedern unter Mithilfe von Herrn Dr. Stefan Kock als Oberarzt der gastroenteroligischen Abteilung des Klinikum Hildesheim ausgearbeitet.

Nachfolgend haben wir diesen Vortrag in Kurzfassung sowie entsprechende Fotoeindrücke zusammengestellt, die Sie sicher interessieren könnten:

Fotoeindrücke vom Vortrag

Einführung in die Problematik

Die Gelenkbeteiligung ist die häufigste Manifestation einer CED außerhalb des Gastrointestinaltraktes (bis 30% der Patienten mit CED)

Einteilung:
– Gelenkschmerz ohne Entzündung (Arthralgie)
– Entzündung der Sehnenansätze (Enthesitis, v.a. Achillessehne)
– Echte Gelenkentzündung (Arthritis):
• Schubbegleitend (Wochen) oder –unabhängig (Monate bis Jahre)
• Extremitätengelenke (Schwellung/Ergussbildung)
• Achsenskelett: untere Wirbelsäule und Kreuzbeinfugen (nicht sichtbar)

Eine Osteoporose tritt bei Patienten mit CED gehäuft auf:
hohes Risiko bei längerer Kortisontherapie, chronisch-aktivem Krankheitsverlauf, ausgedehnten Dünndarmresektionen, Rauchen

Neben einer echten Gelenkmanifestation einer CED kommen bei Gelenkbeschwerden verschiedene andere Diagnosen in Betracht
(z.B. Arthrose, Fibromyalgie, rheumatoide Artrhitis, Gicht u.a.)


Fragestellungen

• Welche Diagnostik ist bei Gelenkbeschwerden bzw. Osteoporose angebracht?
• Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen?
• Gibt es Defizite bzw. Verbesserungs- und Forschungsbedarf bzgl. der Erkennung und Behandlung einer Gelenkbeteilung bzw. Osteoporose bei CED?


Ergebnisse

1) Gelenkbeteiligung

Diagnostik:
Klinische Untersuchung, Blutuntersuchungen, Gelenk-Ultraschall, Röntgen, Kernspintomografie, evtl. Gelenkpunktion

Therapie: (lediglich Analogschlüsse von anderen Rheumaeerkrankungen!)
Behandlung eines begleitenden CED-Schubes
Physiotherapie, Schmerzmittel (Verträglichkeit NSAR?/Coxibe?)
Kortison, Azulfidine, Metothrexat, Tumornekrosefaktor-á-Antagonisten, evtl. Kortisoninjektion in ein betroffenes Gelenk


2) Osteoporose:

Diagnose durch Knochendichtemessung (Kostenübernahme?)

Prophylaxe: Vitamin D und Calcium, Kortison einsparen, Rauchen beenden, körperliche Aktivität

Therapie (nach Frakturen):zusätzlich spezielle Osteoporose-Medikamente (sog. Bisphosphonate)
– Wirksamkeit zur Prophylaxe von Frakturen bei CED-Pat. nicht nachgewiesen (schlechte Datenlage)
– Zur Behandlung von Frauen vor Menopause nicht zugelassen


Forschungsbedarf aus ärztlicher Sicht

– Hochwertige Studien mit hohen Patientenzahlen zur Behandlung von Gelenkbeteiligung sowie Prävention/Behandlung der Osteoporose bei CED
– Studien zur Sicherheit von NSAR/Coxiben bei CED


Problematik Wahl des Arztes

- Hausarzt ist bei leichten Beschwerden erster Ansprechpartner

- Dieser überweist an den Facharzt:

- Orthopäden

- Rheumatologen

- Gastroenterologen

- Radiologen


Problematik bei der Facharztbehandlung

- Gemeinsame Diagnostik und Therapie aller Ärzte gemeinsam passiert so gut wie gar nicht.

- Wer klärt den Patienten über die extraintestinalen Manifestationen auf?

- Fehlende Vernetzung der Facharztkompetenzen auf dem kurzen Dienstweg

- Wochenlange Wartezeiten verbunden mit Schmerzen.

- Verzerrtes Schmerzbild bei langen Wartezeiten.


Handlungsbedarf aus Patientensicht:

- Kürzere Wartezeiten bei Überweisung an einen Facharzt notwendig

- Besserer Informationsfluss zwischen den Fachärzten für eine ganzheitliche Diagnose und Therapie ist unabdingbar.

- Durch eine bessere Vernetzung der Facharztkompetenzen ist eine deutliche Reduzierung der Kosten für die Krankenkassen denkbar (durch z.B. weniger Krankenhausaufnahmen)

- Anreize schaffen, dass sich weitere Fachärzte niederlassen, wenn das Patientenaufkommen zunimmt.


Forschungsbedarf aus Patientensicht:

- Altbewährte Medikamente im Umfeld einer CED sollten in aktuelle Studien aufgenommen werden.

- Wissenschaftliche Studien über alternative Heilmethoden (Akupunktur, Weihrauch, Traditionelle Chinesische Medizin – TCM)


Wir hoffen trotzdem, dass unser Vortrag Mut machen konnte. Mut zum Kämpfen und Durchhalten. Und wir wünschen, dass wir wieder ohne Schmerzen leben und ein Stück Lebensqualität zurück bekommen können.